"Dorfschänken" - Romantik in Kleinkahl

Eröffnungsartikel am 14.12.1968

Kleinkahl. Eine Dorfschänke war seit eh und je Mittelpunkt einer Ortschaft. Dort wurde diskutiert und getrunken, gegessen und gefeiert. Nicht zuletzt an diese alte Dorfschänken-Romantik hat Metzgermeister Erwin Büttner gedacht, als er daranging, in Kleinkahl, dem Mittelpunkt der Ortschaften Klein- und Großkahl, Klein- und Großlaudenbach und Edelbach, eine Gaststätte zu bauen. Nach seinen Vorstellungen sollte sie sowohl den Anforderungen eines modernen Wirts-Betriebes genügen, als auch "urgemütlich" sein - wie in einer alten Dorfschänke. Erwin und Walburga Büttner eröffnen heut in Kleinkahl ihre "Dorfschänke", ein sympathisches Gasthaus, das über hundert Gästen Platz, Speis´ und Trank bietet. Der junge Wirt und Frau Walburga haben sich vorgenommen, Ihre Kunden aufs Beste zu bedienen.

Die Idee, in an Wirtshäusern armen Kleinkahl die "Dorfschänke" zu eröffnen, hatte Erwin Büttners Vater, August Büttner. Als er vor nunmehr drei Jahren starb, arbeitete Erwin am väterlichen Plan weiter. Nach langer Arbeit - die Büttners ließen neben ihrem alten Metzgereigebäude einen ansprechenden Neubau errichten - steht heute das Gasthaus so, wie Vater und Sohn es sich wünschten. Erwin Büttner meint: "Schade, dass Vater tot ist. Er hätte den ganzen Tag in die Wirtschaft gehen können."

Das Gästezimmer ist groß und geräumig. Die durstigen und hungrigen sitzen in geschmackvoll eingerichteter Umgebung. Tannenholzfarben sind Tische und Stühle, Grün an den Gardinen belebt die Szene. Die Wände zieren heilere Bilder aus den alten Dorfschänken. So lustig, wie es an den Wänden zugeht, wird es auch bei Büttners sein.

Die Theke ist ganz mit Holz verschalt, auf einer kleinen in dem Raum stehenden Mauser sind Zierpflanzen gesetzt. Kunstvolle Lampen hängen tief herab und sorgen mit auf den Tisch konzentrierten Licht für Gemütlichkeit. Vogelbilder geben dem Raum eine natürliche Note. Büttners Prachtexemplar: Ein lautstarkes Horn, mit einer Pumpe zu bedienen. Wandspruch zur Tute: "Wer hier tutet, zahlt eine Maß Bier".

Erwin und Walburga Büttner (und ihr Pfiffikus Horst) wollen die Gäste nicht nur trinken lassen. Auch gutes Essen soll auf den Tisch. Die Erfahrung in der Metzgerei kommt den jungen Wirtsleuten jetzt zugute. Frau Walburga will eine reichhaltige Speisekarte aufstellen. Die Kleinkahler wissen, dass es bei Büttners gutes zu essen gibt: Seit langem besitzen sie die einzige Metzgerei im kleinen Kahlgrund-Ort. Oft half Erwin Büttner beim Hausschlachten. Dafür wird er als Gastwirt fortan wenig Zeit haben. Um den Gästen das Beste zu bieten, will er sich ganz seiner "Dorfschänke" und der eigenen Schlachtung widmen.

Erwin und Walburga Büttner führten die Gaststätte bis ins Jahr 1997 und übergaben sie dann an ihren Sohn Ralf. Dieser baute die mittlerweile in die Jahre gekommene "Dorfschänke" komplett um und erweiterte sie durch einen Anbau. Am 9.7.2000 war es dann soweit und Ralf Büttner lud seine Gäste zur Neueröffnung nach Kleinkahl ein.